Copyright © 2018 Ursula Neumann
Stand: 17.03.2019

Ethik & Moral

Was ist Ethik?

Ethik ist ein Handlungsgrundsatz und eine philosophische Strömung, die sich mit dem richtigen und guten Handeln beschäftigt. Im wirtschaftlichen Kontext steht Ethik für ein System, das über aller Gewinnorientierung und Effizienzsteigerung nicht das Wohlbefinden des einzelnen Arbeiters vernachlässigt. Mithin handelt es sich um einen Ansatz, der Effizienz und persönliche Entfaltung miteinander verbindet.


Was ist der Unterschied zwischen Ethik und Moral?


Die Moral ist die Gesamtheit aller Verhaltensregeln, die von einer Gruppe verinnerlicht wurden. Sie ist ein Maßstab dafür, welche Handlungen in einem bestimmten gesellschaftlichen Kontext angemessen sind und welche nicht. Die Ethik kann in diesem Zusammenhang als die Theorie der Moral betrachtet werden. Sie liefert einen wissenschaftlichen Zugang und eine Reflexionsmöglichkeit zum Konzept Moral. Als Wissenschaft ist die Ethik Teilbereich der Philosophie.

Welchen Stellenwert hat Ethik in der Wirtschaft?


Wirtschaft und Industrie unterliegen einem Zwang zur Effizienzsteigerung. Auf Dauer kann ein Unternehmen nur überleben, wenn es preisgünstig produziert und mit möglichst viel Gewinn verkauft. Dem einzelnen Arbeiter läuft dieses Interesse tendenziell zuwider. Das ist z. B. dann der Fall, wenn das Unternehmen ihn schlecht bezahlt oder zu lang und zu hart arbeiten lässt. Wirtschaftsethische Fragestellungen beschäftigen sich mit Möglichkeiten, Kompromisse zwischen dem Gewinnstreben des Unternehmers und dem individuellen Wohlbefinden des Arbeitnehmers zu finden.

Womit beschäftigt sich die Ethik?


Die philosophische Disziplin Ethik beschäftigt sich mit der Begründung menschlichen Handelns und deren Bewertung. Im Kern geht es dabei um die Frage, wann eine Handlung für Mitmenschen und Umwelt gut oder schlecht ist.

 Was ist das Ziel der Ethik?

Die Ethik ist eine praktische Wissenschaft. Selbst ihr deskriptiv ausgerichteter Zweig folgt letztlich dem Zweck, ein sittliches Miteinander der Menschen zu ermöglichen. Ihre verschiedenen Strömungen sind in diesem Zusammenhang vor allem als Handlungsleitlinien zu verstehen.

Womit beschäftigt sich die Wirtschaftsethik?

In der Wirtschaftsethik geht es darum, wirtschaftliches Handeln mit den Grundsätzen der Solidarität, der Verantwortung und der Humanität in Einklang zu bringen. Ihr Ziel besteht mithin in der Schaffung eines Kompromisses zwischen den wirtschaftlichen Interessen eines Unternehmers und den individuellen Bedürfnissen des Arbeiters.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Ethik und Philosophie?


Die Ethik ist ein Teilbereich der Philosophie. Sie beschäftigt sich mit dem guten und richtigen Handeln. Ihrer Ausprägung nach kann sie normativ oder deskriptiv sein. Die Philosophie selbst ist der strukturelle Überbau, dessen Ziel darin besteht, die gesamte menschliche Existenz zu deuten und zu verstehen.

 

Quelle:

Manager sollten sich an den drei Vs, nämlich Vorbild, Verantwortung, Verpflichtung orientieren. Es geht letztlich um Erfolg gegenüber dem Konkurrenten, Erfolge beim Kunden, um Profit, Effizienz, Effektivität – egal unter welchen legalen oder illegalen Bedingungen dies geschieht. Werte werden zwar proklamiert, wie zum Beispiel dass die Organisation sich umweltbewusst verhält, dass sie sich natürlich zum Wohle der Kunden und Mitarbeiter verhält, und dass die Organisation sich ethischen Grundprinzipien unterwirft. Aber werden viele Manager dieser Verantwortung nicht gerecht!

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Moral oder wie soll man sich verhalten?

Werte und Regeln
Dieses Wort kommt vom lateinischen Begriff „moralis“ und heißt übersetzt „die Sitten betreffend“. Damit werden die Werte und Regeln bezeichnet, die in einer Gesellschaft allgemein anerkannt sind. Wenn man sagt, jemand hat „moralisch“ gehandelt, ist damit gemeint, dass er sich so verhalten hat, wie es die Menschen richtig und gut finden.

Im Alltag stellen sich die Menschen immer wieder die Frage, ob sie sich moralisch verhalten: Bin ich fair gegenüber meinen Mitmenschen? Beleidige und verletze ich niemanden? Und sie fragen, wie sie moralisch handeln können: Wie kann ich eingreifen, wenn ich merke, dass Schwächere und Wehrlose gemobbt werden? Was kann ich tun, damit es den Menschen in den armen Ländern besser geht? Gelegentlich benutzt man den Begriff „Moral“ auch, um eine gute Einstellung zu beschreiben.

Gebote
Es gibt Gebote, die moralisches Handeln vorschreiben, zum Beispiel „du sollst nicht töten“ oder „du sollst nicht stehlen“. Ohne diese Gebote oder Gesetze ist ein Zusammenleben in einer Gesellschaft nicht gut möglich. Für Juden und Christen benennen die "Zehn Gebote" die wichtigsten Regeln, die Menschen beachten sollen. 

Gibt es moralische Werte oder Regeln, die wirklich für alle Kulturen weltweit einheitlich sind?

Der Anthropologe Oliver Scott Curry von der University of Oxford ist sich sicher: „Überall auf der Welt teilen Menschen einen gemeinsamen Moralkodex.“ Er und sein Team vom Institut für Kognitive und Evolutionäre Anthropologie haben sich in einer der umfangreichsten Untersuchungen die Frage gestellt, inwieweit es moralische Konzepte gibt, die kulturübergreifend und weltweit gleichermaßen gelten. Dafür nutzten sie nach eigenen Angaben die größte Stichprobe, die zu diesem Thema jemals analysiert wurde: Insgesamt 600.000 ethnografische Berichte aus mehr als 600 Quellen, die insgesamt 60 Kulturen umfassen, dienten als Grundlage.

 In seiner Analyse stellte das Team fest, dass es in allen untersuchten Kulturen sieben Grundsätze gibt, die einheitlich als positiv und moralisch gut angesehen werden – niemals als moralisch schlecht. Diese sieben Grundwerte sind:

  1. Unterstützung der Familie,
  2. Unterstützung der eigenen (sozialen) Gruppe,
  3. sich revanchieren/ erkenntlich für Gefälligkeiten zeigen,
  4. mutig sein,
  5. Respekt vor Vorgesetzten haben,
  6. Ressourcen gerecht verteilen,
  7. Eigentum/ Besitz anderer respektieren.
Quelle

Es gehören noch Freiheit, Gleichberechtigung der Geschlechter, Gerechtigkeit, Mitgefühl, Toleranz, Ehrlichkeit, Gesundheit und Demokratie hinzu.

Doch wie sieht die Wirklichkeit aus: Einige dieser Grundsätze verlieren immer mehr an Bedeutung.

Respekt, Achtung und Wertschätzung

Respekt ist eines der wichtigsten Eigenschaften, die ein Mensch haben kann. Ohne Respekt gegenüber anderen, macht man sich unbeliebt, man hat wenige Freunde und das führt dazu, dass man früher oder später ganz alleine ist. Auch wenn man an sich selbst denken muss, so sollte man aber auch die Mitmenschen respektieren, egal ob auf der Arbeit, in der Schule oder Freunde und Familie. Nur wer respektvoll mit jemanden redet und ihn mit Respekt behandelt, kann Respekt von anderen erwarten.

Respekt gegenüber allen anderen Mitgliedern der Gesellschaft (Eltern, Lehrern, Polizisten, Krankenschwestern, Verkäuferin, usw.) geht immer mehr verloren. Es ist respektlos, wenn bei einem Verkehrsunfall Bilder von den vorbei fahrenden gemacht werden; wenn man mit mehreren Personen in gemütlicher Runde beisammen sitzt und einer ist nur mit seinem Handy beschäftigt; usw. Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte erleben immer öfter bei ihren Einsätzen Respektlosigkeit und Aggressivität. Zunehmend werden sie bei ihrer Arbeit behindert, angepöbelt, beschimpft, beleidigt und körperlich angegangen.

 

Ehrlichkeit

Ehrlichkeit gilt seit Jahrhunderten als Grundtugend der Menschheit und  ist heute ein Thema, das aktueller ist denn je. Denn Politiker und Manager lügen, das sich die Balken biegen. (siehe VW-Dieselskandal) Wie soll man Kinder zur Ehrlichkeit erziehen, wenn die Personen des öffentlichen Lebens es mit Ehrlichkeit nicht so genau nehmen. Selbst die Medien haben mit der Ehrlichkeit ein Problem. Ich will nicht sagen das sie lügen, aber wenn man bestimmte Reportagen mehrmals sieht, kann man feststellen, das unangenehme Details in Wiederholungen einfach nicht mehr vorhanden sind. (z.B. Ausschreitungen in Rostock Lichtenhagen - Aussage des Reporters, das die Anführer der Randalierer aus den gesamten Bundesgebiet angereist sind.) Auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen werden am Nachmittag Serien gesendet, die das Lügen, Mordversuche, Manipulation und Intrigen als Selbstverständlichkeit darstellen.

 

Toleranz

Toleranz bedeutet für mich, die Meinung und Lebensweise anderer zu akzeptieren, solange man sich im gesetzlichen Rahmen der Demokratie bewegt. Dazu gehört Religionsfreiheit, freie Meinungsäußerung, Achtung aller Menschen, wie vor Behinderten, Groß- und Kleinwüchsigen, Farbigen, Homosexuellen, Lespen usw.

 

Gleichberechtigung

Wenn sich diese Verhältnisse ändern sollen, muss unsere Generation der Realität ins Auge blicken: Frauen und Männer sind strukturell nicht gleichberechtigt, auch wenn es auf dem Papier so aussieht. Und daran wird sich nichts ändern, wenn wir Frauen nicht wieder anfangen, uns für unsere Rechte einzusetzen. Es ist wieder mehr Feminismus nötig in Deutschland, und zwar vor allem in den Köpfen, im individuellen Handeln, in zwischenmenschlicher, beruflicher und politischer Hinsicht!

  

Freiheit, Individualität und Selbstbestimmung

Alle Menschen streben nach Freiheit. Wenn es etwas gibt, worin sich heute in den westlichen Gesellschaften die meisten Menschen einig sind, so ist das wohl die Überzeugung, dass Individualität, Freiheit und Selbstbestimmung zu den wichtigsten Werten gehören. Freiheit bedeutet, keinen äußeren und inneren Zwängen folgen zu müssen. Wirklich frei ist aber nur, wer seinen vorhandenen Freiheiten auch Handlungen folgen lässt. Dabei haben die Freiheit für mich als Individuum und die Freiheit im globalen Kontext ganz unterschiedliche Bedeutungen.

 

Gesundheit

Solange man gesund ist, ist alles wunderbar. Doch begibt man sich in die Hand von Ärzten, dann bestimmt nicht mehr der Arzt allein, welche Medikamente genau bei diesen Patienten helfen, auch die Krankenkassen (Rabattverträge) und die Pharmaindustrie bestimmen mit

Die Demokratie wird zu Grabe getragen

2008 war die Bankenkrise da und die angeblich so machtlose Politik war – nicht nur in Deutschland – zur letzten Rettung der Banken geworden. Das untere Drittel, das gerade erfahren hatte, dass man es leider – nein, niemand sagte leider – noch ärmer machen musste, um den Staat angesichts der riesigen Sozialausgaben nicht in den Ruin zu treiben, erlebte nun, dass Milliarden für die Rettung von Banken ausgegeben wurden. Begründung: Sie sind „systemrelevant“. Das hieß für die gerade Geschröpften auch: Du bist es nicht. Dass das womöglich keine Lüge ist, aber gerade darum ein schlagendes Argument gegen das „System“ sein könnte, dämmerte den Eliten nicht. Die waren viel zu sehr daran gewöhnt, sich bedienen zu können.

Je länger sie das tun, desto schamloser – um nicht zu sagen unverschämter – tun sie das. Als desto dümmer stehen alle die da, die das nicht tun. Die Eliten genießen den Abstand, den sie von den anderen haben. Sie feiern jede Maßnahme, die ihn vergrößert. So wird die Demokratie – das Prinzip: jeder Bürger eine Stimme – zu Grabe getragen.